Als Uwe Dotzauer Geschichte schrieb
27.01.2019

Foto: Archiv Thorald Meisel

Klingenthal. Nur noch 5 Tage sind es, bis der Viessmann FIS Weltcup Nordische Kombination in Klingenthal beginnt. Es wird bereits das sechste Mal sein, dass die weltbesten Kombinierer im Vogtland Station machen. Die Geschichte des FIS Weltcups der Nordisch Kombinierten aber reicht deutlich länger zurück. Und der Klingenthaler Uwe Dotzauer spielt dabei eine gewichtige Rolle.

Gut 35 Jahre ist es her. Der deutsche Bundeskanzler hieß Helmut Kohl, Erich Honecker war Staats- und Parteichef in der ehemaliger DDR und gerade einmal 3 Jahre zuvor war Manfred Deckert zum Sieg bei der Vierschanzentournee gesprungen. Und dann war es endlich soweit.

Am 17. Dezember 1983 fand erstmals ein FIS Weltcup der Nordisch Kombinierten statt. Warum damals, im österreichischen Seefeld, nur 15 Athleten am Start waren, kann heute niemand mehr sagen. Denn Kombinierer gab es zur Genüge. Immerhin war die Disziplin bereits seit 1924 fester Bestandteil im Programm olympischer Winterspiele. Und dass dieser Weltcup etwas Besonderes war, wussten auch die Sportler. „Wir haben uns schon darüber gefreut, dass wir auch endlich den Weltcup hatten“, erinnert sich Uwe Dotzauer. „Bei Skispringern, Langläufern und den Alpinen ging es ja schon ein paar Jahre früher los.“

Uwe Dotzauer, der in wenigen Tagen 60 wird, zählte damals zur absoluten Weltspitze. 1982 hatte er sich bei den Weltmeisterschaften in Oslo Gold mit der Mannschaft und Bronze im Einzel gesichert, zwei Jahre zuvor gewann er die legendären Skispiele am Holmenkollen. So zählte er auch an jenem 17. Dezember, eine Woche vor Heiligabend, zu den Favoriten im WM-Gastgeberort 2019. Und dieser Rolle wurde er vollauf gerecht und gewann den historisch ersten FIS Weltcup der Nordisch Kombinierten, ausgetragen im „klassischen“ Gundersen-Modus, bestehend aus zwei Wertungssprüngen und einem 15-Kilometerlauf. „Der Start war damals an der Kirche in Seefeld“, weiß Dotzauer zu berichten. Im Anschluss ans das Rennen wurde es noch ein wenig hektisch. „Die Jury meinte, es hätte einen Fehler des Starters gegeben. Da wurde der Kerry Lynch aus den USA kurzerhand auch zum Sieger erklärt. Das war mir aber ziemlich egal.“

Jener Kerry Lynch sorgte einige Jahre später für Schlagzeilen, als ihm wegen Blutdopings sein Vizeweltmeistertitel 1987 aberkannt wurde. Dotzauer kann allerdings nichts Schlechtes über Lynch berichten: „Die Kommunikation war natürlich eingeschränkt“, schmunzelt der heutige Trainer am Bundesstützpunkt Klingenthal. „Aber ich habe ihn als guten Sportsfreund in Erinnerung.“

Ein klein bisschen wurmt es Uwe Dotzauer, dass der Kombinierer-Weltcup nicht ein paar Jahre früher eingeführt wurde. „Da wäre ich wahrscheinlich dreimal Gesamtweltcupsieger geworden. Anfang der 80er, das waren meine besten Jahre.“ Stolz auf den Premierensieg ist er dennoch. „Auch wenn sich heut niemand mehr daran erinnert. Das wissen ja nicht mal meine Athleten“, sagt er mit typischem Dotzauer-Grinsen.

Beim Weltcup in der Sparkasse Vogtland Arena vom 1. bis 3. Februar möchte Uwe Dotzauer gern dabei sein. Wenn er nicht mit seinen Nachwuchsathleten unterwegs ist. Auch als Trainer ist er ein Erfolgsgarant, kann auf mehr als 100 Siege seiner Schützlinge verweisen.
Und als Athlet auf mindestens einen ganz besonderen Erfolg. Vor mehr als 35 Jahren.

 

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