„Werden eine sehr gute Mannschaft haben“
26.09.2019

Skisprung-Bundestrainer Stefan Horngacher. Foto: DSV

Klingenthal. Mehr als zehn Jahre lenkte Werner Schuster (49) die Geschicke der deutschen Skispringer. Seit April gibt es mit Stefan Horngacher einen neuen Bundestrainer. Der ist, wie sein Vorgänger, Österreicher und arbeitete bis 2016 fünf Jahre lang als Co-Trainer unter Schuster. Es folgten drei überaus erfolgreiche Jahre beim polnischen Verband, gekrönt mit dem Team-Weltmeistertitel 2017 und Olympiagold für Kamil Stoch 2018. Im Interview mit dem FLUGBEGLEITER erzählt Horngacher, der vor zwei Wochen seinen 50. Geburtstag gefeiert hat, über seine neue Aufgabe beim DSV und blickt zurück auf die Arbeit in Polen.

FLUGBEGLEITER: Stefan, wie waren die ersten Monate im „neuen“ Job?
Stefan Horngacher: (lacht) Ja, es war schon gut was los. Es gibt viele Dinge in die ich mich hineinarbeiten musste und insgesamt ist meine Aufgabe etwas weiter gefasst, als das zuvor in Polen der Fall war.

FLUGBEGLEITER: Was unterscheidet die Aufgaben in Polen und beim DSV?
Horngacher: Der DSV ist ein deutlich größerer Verband, das bringt auch mehr Arbeit mit sich. Und ich bin stärker in die künftige Entwicklung eingebunden.

FLUGBEGLEITER: Wie schwierig war der Entscheidungsprozess, als die Anfrage des DSV kam, Werner Schuster zu beerben?
Horngacher: Es war tatsächlich keine leichte oder schnelle Entscheidung. Ich hatte mich in Polen sehr wohl gefühlt, hatte ein tolles Team und großartige Athleten. Letztlich konnte ich dem Reiz dieser Aufgabe aber nicht wiederstehen.

FLUGBEGLEITER: Wie haben sich die „Gastspiele“ im Grand Prix in Wisla und Zakopane angefühlt?
Horngacher: Ach, das lief für mich eigentlich ganz entspannt. Ich bin sehr freundlich aufgenommen wurden und habe weiterhin viele Freunde in Polen.

FLUGBEGLEITER: Sprechen wir über das deutsche Team. Wie läuft die Vorbereitung auf die Weltcupsaison?
Horngacher: In Summe sind wir auf einem guten Weg, auch wenn es immer wieder kleinere Rückschläge durch kleine Verletzungen gibt. Aber wir haben ja auch noch etwas Zeit bis zum Winter. Ich mache mir keine Sorgen. Wir haben viele sehr gute Athleten und werden dementsprechend auch eine sehr gute Mannschaft auf die Schanzen schicken können.

FLUGBEGLEITER: Wie ist die Situation bei Andreas Wellinger und Severin Freund?
Horngacher: Andi Wellinger ist im August in die Reha eingestiegen, nach seinem Kreuzbandriss. Er arbeitet gut aber für die kommende Saison wird es mit Sicherheit nicht reichen.
Severin ist im August wieder ins Sprungtraining eingestiegen. Wir wollen ihn langsam aufbauen und sehen, was geht. Und ihm dann im Winter punktuelle Einsätze geben.

FLUGBEGLEITER: Welche jungen Athleten könnten für die nähere Zukunft interessant werden?
Horngacher: Wir möchten versuchen, Constantin Schmid und Martin Hamann an die Mannschaft heranzuführen. Das sind zwei Jungs, bei denen ich einiges an Potenzial sehe.

FLUGBEGLEITER: Und wie ist der Rest der Mannschaft drauf?
Horngacher: Bei Richard Freitag und Karl Geiger lässt es sich ziemlich gut an. Markus Eisenbichler zeigt im Training sehr starke Sprünge, in einigen Sommerwettbewerben konnte er das aber noch nicht ganz umsetzen.

FLUGBEGLEITER: Gibt es Kontakt zu Werner Schuster?
Horngacher: Sicher, aber nur auf privater Ebene. Er möchte mir da auch überhaupt nicht reinreden und hat jetzt andere Aufgaben, auf die er sich konzentriert.

 

 

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