„Weltcupsiege kommen von allein, wenn meine Sprünge passen“
29.11.2019

Juliane Seyfarth im November beim Training in der Sparkasse Vogtland Arena. Foto: Brand-Aktuell

Klingenthal. Juliane Seyfarth zählt zu den wohl bekanntesten Gesichtern im Skisprung-Weltcup der Damen. Die sympathische Thüringerin gehört mit ihren 29 Jahren inzwischen auch zu den Routiniers im Team von Bundestrainer Andreas Bauer. Nachdem Seyfarth über Jahre hinweg konstant gute Leistungen zeigte, gelang ihr in der vergangenen Saison der endgültige Durchbruch zur Weltspitze. Vier Einzelsiege im Weltcup, WM-Titel mit der Damen- und der Mixed-Mannschaft in Seefeld und der Sieg bei der Premiere der „Blue-Bird-Tour“ in Russland sprechen für sich. Im Weltcup-Magazin FLUGBEGLEITER spricht Juliane Seyfarth über große Erfolge, Ziele und ihre Fans.

FLUGBEGLEITER: Juliane, wie ist die Vorbereitung auf die Saison gelaufen?
Juliane Seyfarth: Es lief gut, gerade der Grand Prix und die Deutsche Meisterschaft. Ich bin immer auf der Suche nach Verbesserungsmöglichkeiten. Gerade dann, wenn es gut läuft, suche ich nach Input und Möglichkeiten, es noch besser zu machen.

FLUGBEGLEITER: Was genau gilt es denn noch zu verbessern?
Seyfarth: Da gibt es immer was. Das sieht man bei den Männern vielleicht noch deutlicher. Es gibt immer eine Entwicklung in der Technik. Da muss man mitziehen. Ich arbeite immer an der Athletik und speziell an der Anfahrtsgeschwindigkeit. Ich bin vielleicht etwas kleiner und leichter, als andere. Aber ich muss im Anlauf trotzdem mithalten können.

FLUGEBGLEITER: Deine letzte Saison war extrem erfolgreich, der Knoten ist so richtig geplatzt. Was hat sich seither verändert? Wirst du von Medien und Sponsoren überrannt?
Seyfarth: Das ganze Drumherum ist schon deutlich mehr geworden. Aber dafür bin ich natürlich dankbar. Für das Leben, das ich führen kann und dass ich mich auf meinen Sport konzentrieren kann, den ich liebe. Da versuche ich auch, die stressigen Momente positiv zu sehen. Es ging auch nicht erst nach der WM los sondern eigentlich schon nach dem ersten Weltcupsieg.

FLUGBEGLEITER: Wie viele Stunden pro Woche verwendest du in etwa für Medienanfragen?
Seyfarth: Das lässt sich schwer sagen. Es hängt natürlich auch davon ab, ob man eine normale Trainingswoche hat, oder Wettkämpfe. Ob vielleicht Social Media-Aktionen stattfinden und dergleichen. Ich hab neben den Werbeflächen auf Kopf und Ski noch kleinere Geschichten laufen, bin zum Beispiel seit dem Herbst Markenbotschafterin einer Sennerei im Allgäu. Und ich kümmere mich auch selbst um meine Social Media-Kanäle und will das auch sehr gern so fortführen. Ich möchte den Fans, die mich anschreiben, auch gern persönlich antworten. Soweit es möglich ist.

FLUGBEGLEITER: Spürst du eine gestiegene Erwartungshaltung von außen?
Seyfarth: Nein, eigentlich nicht. Ich weiß, auf wen ich zählen kann und das meine Familie und Freunde mich lieb haben, egal ob ich Erste oder Letzte bin. Das gibt mir viel Ruhe. Da habe ich für mich ein sehr sicheres Umfeld gefunden, auf das ich mich verlassen kann.

FLUGBEGLEITER: Und was ist mit deinen eigenen Erwartungen? Gehst du mit dem Ziel in die Saison, wieder Weltcups zu gewinnen?
Seyfarth: Ich würde sagen, die Weltcupsiege kommen von allein, wenn meine Sprünge passen. Dann kommt vielleicht auch der ein oder andere Schanzenrekord dazu (lacht).
Ich versuche, von Wochenende zu Wochenende zu denken. Und freue mich riesig auf Klingenthal. Ich liebe diese Schanze ohne Ende. Ich möchte einfach jedes Wochenende bestmöglich meistern und genießen.

FLUGBEGLEITER: Es gab, gefühlt, in den vergangenen anderthalb Jahren recht viele Knieverletzungen, gerade auch im deutschen Team. Machst du dir Sorgen um deine Knie?
Seyfarth: Ich selbst mache sehr viel für die Stabilität, auch zuhause. Auch Übungen, die eigentlich nicht zum Skispringen gehören. Ich weiß, dass ich alles getan habe. Was dann passiert, passiert. Es tut mir aber natürlich sehr leid für meine Mannschaftskameradinnen, die verletzt sind und ausfallen und hoffe, dass sie bestmöglich zurückkommen. Ich glaube aber auch, dass die FIS ihr bestes tut, um den Sport so sicher wie möglich zu gestalten.

FLUGBEGLEITER: Dann jetzt noch mal zu etwas schönerem: Warum darf man den Weltcup in Klingenthal auf gar keinen Fall verpassen?
Seyfarth: Zum einen kann man sowohl Männer als auch Damen sehen. Außerdem ist die Sparkasse Vogtland Arena eine wunderschöne Anlage. Und das Vogtland ist immer eine Reise wert. Da kann man den Weltcup sicher auch mit dem Besuch auf ein paar Weihnachtsmärkten verbinden.

FLIGBEGLEITER: Vielen Dank und viel Erfolg!

Der neue FLUGBEGLEITER erscheint zum Viessmann FIS Weltcup Skispringen ab 13. Dezember 2019!

 

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