Noch 12 Tage - „Familienausflug“, um zu helfen
01.12.2019

Birgit, Anja und Gerd Jakob beim Sommer Grand Prix im Oktober, als sie als „Helfer der Veranstaltung“ ausgezeichnet wurden. Foto.: Brand-Aktuell

Klingenthal. 12 Tage vor dem Viessmann FIS Weltcup Skispringen ist Zeit für Familie Jakob, den nächsten „Familienausflug“ vorzubereiten. Denn Anja, Birgit und Gerd Jakob gehen aber nicht etwa als Zuschauer in die Arena, sie gehören zu den zuverlässige Helfern.
„Das ist mein Hobby und ich bin mit Leib und Seele Klingenthalerin“, nennt Birgit Jakob die beiden wichtigsten Gründe, warum sie immer wieder bei Wettbewerben ihre Frau steht. Und diese Gründe treffen wohl auch auf ihren Mann und ihre Tochter zu.
Die 63-jährige interessiert sich seit frühester Kindheit für den Skisport. Sie gehörte 1991 zu den Gründungsmitgliedern des Skivereins.
Seit dem Zusammenschluss der Klingenthaler Wintersportvereine 1997 zählt sie zu den aktiven VSC-Mitgliedern. Bis 2017 brachte sie als Übungsleiterin den Mädchen und Jungen der 1. bis 4. Klasse das Langlaufen bei. Bei Wettkämpfen wirkte sie als Rennsekretärin, hat Weiten geschrieben, war in der Materialkontrolle im Einsatz. Heute packt sie überall dort zu, wo Leute gebraucht werden, sammelt beispielsweise von den Aktiven die Startnummern ein. Zwar ist sie seit Mitte des Jahres im Ruhestand, aber stundenweise kümmert sie sich nach wie vor als Erzieherin um die jungen Sportlerinnen und Sportler im Skiinternat in Klingenthal.
Auch Tochter Anja ist von klein auf mit dem Wintersport verbunden, trainierte bis zur Wende an der Kinder- und Jugendsportschule. Nach einer Pause stieg sie ins Lauftraining ein. So ist die 43-jähige heute nicht nur Kampfrichterin, sondern auch aktive Sportlerin. Die Bauingenieurin prägt seit Jahren das Niveau der Ausdauer-Wettkämpfe – im Lauf und im Langlauf. Sie gewann schon den Marathon beim Rennsteiglauf, stand mehrfach beim Internationalen Kammlauf ganz oben auf dem Podest, ist in ihrer Altersklasse Vogtlandmeisterin über 10.000 Meter, lief mehrmals als erste beim Aschberglauf über die Ziellinie, um nur einige ihrer tollen Erfolge zu nennen. Bei den internationalen Wettkämpfen in der Sparkasse Vogtland Arena hat sie meist ihren Platz hinter dem Exit-Gate. Entsprechend den Festlegungen der Wettkampfleitung führt sie die Aktiven zur Materialkontrolle.
Gerd Jakob schlägt in der Familie etwas aus der Reihe, was den Wintersport angeht. „Er ist eigentlich mit Fußball verheiratet“, lacht seine Frau. Das heißt, der Bauingenieur mit eigenem Planungsbüro hat jahrelang beim FSV 1990 in Klingenthal gekickt, gehört heute zu den Übungsleitern. Zehn Jahre mag es her sein, als er von seiner Frau gebeten wurde, bei einem Continentalcup als Weitenmesser zu helfen. Das gefiel ihm. So gehört der 63-Jährige heute zur Riege der Weitenmesser, die zu Beginn der Wettkämpfe zur Klingenthal-Hymne einmarschieren, die Stufen links des Aufsprunghanges hochsteigen und dann bei Wind und Wetter, oft stundenlang, konzentriert jede Landung verfolgen. Sie sichern die Messtechnik ab. Sollte die mal ausfallen, wird die Angabe der Weitenmesser ins Sprungprotokoll eingetragen und mit einem M versehen, als „manuell“ gemessen.
Für ihren Top-Einsatz wurden Birgit, Anja und Gerd Jakob zum Sommer Grand Prix im September als „Helfer der Veranstaltung“ geehrt.
Ergänzt werden muss noch, dass Jakobs nicht nur bei den großen Wettkämpfen im Einsatz sind. Auch bei fast allen volkssportlichen und Nachwuchswettbewerben gehören sie zu denen, die einen reibungslosen Ablauf garantieren, für den die Klingenthaler immer wieder viel Lob erhalten. Da kommen im Jahr schon bis zu 20 Wochenenden zusammen.
„Die Jahre mit dem Sport sind die schönsten meines Lebens. Man kann hautnah an den Aktiven und Offiziellen dabei sein, lernt viele interessante Menschen kennen“, erzählt Birgit Jakob und nennt auch einen Wunsch: „Es wäre schön, wenn sich mehr Leute melden, die einfach mit zupacken. Den Aktiven nach dem Wettkampf Tee einschenken, die Weitenmesser mit warmen Getränken versorgen, gehört dazu. Da braucht man nicht unbedingt Fachwissen.“
Außerdem geben die Jakobs gerne ihre Erfahrungen als Helfer „Hinter den Kulissen“ weiter.

 

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