Noch 2 Tage - Feinschliff und Favoriten
11.12.2019

Sören Schröter (links) und Chris Pfeifer fräsen mit dem Spurschlitten die Eisspur auf dem Anlaufturm glatt. Foto: Brand-Aktuell

Klingenthal. Noch 2 Tage sind es, bis der Viessmann FIS Weltcup Skispringen in Klingenthal beginnt. Die Arena erhält ihren Feinschliff. Beispielsweise wird die Eisspur auf dem Anlaufturm gefräst. Doch wer sind die Favoriten, die in dieser Spur dann ab Freitag zu ihren Sprüngen gleiten?

Klingenthal die vierte Station des FIS Weltcups der Skispringer in der laufenden Saison, die Damen bestreiten ihr zweites Weltcup-Wochenende. Nach bislang vier Einzel- und einer Mannschaftsentscheidung zeichnet sich zumindest bei den Herren eine erste Tendenz ab.

So scheinen die Österreicher ihr kleines Tief der vergangenen Jahre überwunden zu haben. Nach dem überzeugenden Sieg mit der Mannschaft beim Auftakt in Wisla, sprang Philipp Aschenwald auch tags darauf im Einzel als Zweiter sowie am letzten Wochenende in Nizhny Tagil als Dritter aufs Podest. Stefan Kraft ließ am zweiten Tag in Russland den ersten österreichischen Einzelsieg der Saison folgen. Auch Daniel Huber, Jan Hörl und der wiedererstarkte Gregor Schlierenzauer wussten zu überzeugen. Zumindest im Team-Wettbewerb am Samstag dürfte somit kaum ein Weg an den Adlern aus der Alpenrepublik vorbei führen.
Bislang bester Springer der noch jungen Saison ist Daniel Andre Tande mit zwei Siegen in Wisla und Ruka. Sollten die Norweger von weiteren Anzugpatzern und Disqualifikationen wie in Ruka verschont bleiben, sind auch Thomas Markeng, Robert Joansson, Robin Pedersen oder Johann Andre Forfang für Spitzenergebnisse gut.
Der Überflieger des letzten Jahres, Ryoyu Kobayashi, bejubelte in Nizhny Tagil sein erstes Podium der Saison. Dazu überraschte Yukiya Sato mit seinem Sieg in Russland. Im Einzel ist also durchaus mit den Fliegern aus dem Land der aufgehenden Sonne zu rechnen. Ob auch im Team etwas möglich ist, hängt davon ab, ob auch Junshiro Kobayashi und Daiki Ito ihre Bestform auf die Schanze zaubern können. Altmeister Noriaki Kasai spielte bislang (noch) keine Rolle.
Die Slowenen setzten vor allem durch Anze Lanisek mit Podestplätzen in Wisla und Ruka Ausrufezeichen. Auch Peter Prevc scheint sich wieder seiner Bestform anzunähern und ließ in Nizhny Tagil zumindest im ersten Durchgang seine alte Klasse aufblitzen.
Noch auf der Suche nach ihrer Bestform sind dagegen die deutschen und polnischen Athleten. Zumindest Karl Geiger bestach bislang durch Konstanz, ist Dritter im Gesamtweltcup und flog in Nizhny Tagil auf Platz zwei. Auch die Formkurve bei Constantin Schmid zeigt in die richtige Richtung. Richard Freitag und Stephan Leyhe dagegen suchen noch nach richtig guten Sprüngen, Weltmeister Markus Eisenbichler schaffte es nur einmal in die Punkteränge.
Während die DSV-Springer also unter Neu-Bundestrainer Stefan Horngacher noch schwächeln, tut sich auch dessen ehemaliges Team noch schwer. Kamil Stoch sprang in Wisla noch aufs Treppchen, Dawid Kubacki erreichte einen fünften Platz in Nizhny Tagil. Viel mehr ging noch nicht beim deutschen Nachbarn.

Bei den Damen sind Vorhersagen nach nur einem Wettkampfwochenende in Lillehammer noch schwieriger. Klar scheint lediglich, dass Olympiasiegerin Maren Lundby aktuell in einer eigenen Liga springt und nach zwei Auftaktsiegen auf ihrer Heimschanze auch in Klingenthal kaum zu schlagen sein dürfte. Dahinter überzeugten die Österreicherinnen, vor allem in Person von Chiara Hölzl und Eva Pinkelnig. Ema Klince aus Slowenien verpasste das Podium zweimal denkbar knapp, Rekord-Weltcupsiegerin Sara Takanashi könnte nach Rang drei am Sonntag ihre Rolle als erste Verfolgerin Lundbys in Klingenthal weiter untermauern.
Die DSV-Athletinnen starteten solide. Katharina Althaus war zweimal Sechste und wird in Klingenthal erneut das Podium angreifen. Juliane Seyfarth tat sich auf einer ihrer Lieblingsschanzen in Norwegen überraschend schwer. Die jungen DSV-Athletinnen um Agnes Reisch und Selina Freitag verkauften sich ordentlich. Die schweren Ausfälle von Anna Rupprecht, Carina Vogt, Ramona Straub oder Ginannina Ernst werden sie aber, zumindest vorerst, kaum ersetzen können.

So bleibt festzuhalten: Vieles ist möglich, von Freitag bis Sonntag in Klingenthal. Und wer noch ein paar Wetten abschließen möchte, hat die Qual der Wahl.

 

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